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Elektronikfertigung mit ESD Kleidung ausstatten – Schritt für Schritt

Lesedauer 1 Min. 3 Abschnitte

Eine Elektronikfertigung mit ESD Kleidung auszustatten bedeutet mehr, als lediglich T-Shirts, Jacken oder Kittel zu bestellen. Arbeitsbereiche, Tätigkeiten, Größen, technische Anforderungen und die spätere Nachversorgung sollten bereits vor der Erstausstattung berücksichtigt werden.

Besonders bei größeren Teams und Produktionslinien empfiehlt sich deshalb ein strukturierter Rollout.

Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Unternehmen ESD Arbeitskleidung für die Elektronikfertigung planen und beschaffen können.

Schritt 1: ESD-Arbeitsbereiche erfassen

Zunächst sollte festgelegt werden, welche Arbeitsplätze und Mitarbeiter innerhalb des ESD-Schutzkonzepts berücksichtigt werden müssen.

Typische Bereiche einer Elektronikfertigung können beispielsweise sein:

  • Montage und Bestückung
  • SMT- und THT-Bereiche
  • Prüfplätze und Qualitätssicherung
  • Rework und Reparatur
  • Materialbereitstellung
  • interne Logistik
  • Besucher- und Übergangsbereiche

Dabei sollte dokumentiert werden, welche Bereiche zur ESD Protected Area (EPA) gehören und welche betrieblichen Anforderungen dort gelten.

Schritt 2: Passende ESD Kleidung auswählen

Nicht jeder Arbeitsplatz benötigt zwangsläufig dieselbe Bekleidung.

Je nach Tätigkeit und Arbeitsumgebung können unterschiedliche Produktgruppen sinnvoll sein.

  • ESD T-Shirts und Poloshirts: Geeignet als leichte Oberbekleidung für viele Montage-, Produktions- und Prüfbereiche.
  • ESD Sweatshirts und Sweatjacken: Eine zusätzliche Bekleidungsschicht für Arbeitsbereiche mit unterschiedlichen Temperaturbedingungen.
  • ESD Jacken: Für industrielle Arbeitsbereiche, in denen eine zusätzliche Oberbekleidung und funktionelle Ausstattung benötigt wird.
  • ESD Bundhosen: Zur Ergänzung der Arbeitskleidung beispielsweise in Produktion, Montage, Materialbereitstellung und Logistik.
  • ESD Kittel und Mäntel: Sie bieten eine größere Abdeckung der darunter getragenen Kleidung und können beispielsweise für bestimmte Produktions-, Besucher- und Übergangsbereiche eingesetzt werden.

Welche Kombination geeignet ist, sollte anhand des jeweiligen ESD-Schutzkonzepts und Arbeitsplatzes festgelegt werden.

Schritt 3: Größenspiegel erstellen

Bei der Ausstattung größerer Teams sollte vor der Bestellung ein vollständiger Größenspiegel erstellt werden.

Erfassen Sie dazu die benötigten Größen und Stückzahlen für jede Produktgruppe.

Eine Bemusterung vor der eigentlichen Bestellung kann zusätzlich helfen, Passform und Größenverteilung zu überprüfen.

Das reduziert spätere Umtauschvorgänge und unnötige Nachbestellungen.

Bei größeren Teams sollte außerdem berücksichtigt werden, dass nach dem ersten Rollout zusätzliche Größen für neue Mitarbeiter oder Ersatzbedarf benötigt werden können.

Schritt 4: Technische Anforderungen prüfen

Vor der Bestellung sollten die technischen Anforderungen an die ESD Arbeitskleidung eindeutig definiert sein.

Relevant können insbesondere sein:

  • betriebliche ESD-Spezifikation
  • Einsatz innerhalb einer EPA
  • technische Prüfwerte
  • verwendete Prüfverfahren
  • Material und textile Konstruktion
  • Pflege- und Waschbedingungen
  • dokumentierte Werte nach definierten Waschzyklen

Für die Bewertung der elektrischen Eigenschaften von ESD Bekleidung ist insbesondere EN 61340-4-9 relevant.

Die Anforderungen des betrieblichen ESD-Kontrollprogramms werden im Rahmen der EN 61340-5-1 betrachtet.

Schritt 5: Logo und Kennzeichnung festlegen

Bei einer einheitlichen Unternehmensausstattung können ESD Kleidungsstücke mit Firmenlogo, Abteilungskennzeichnung oder weiteren Informationen versehen werden.

Vor dem Rollout sollten Unternehmen festlegen:

  • Position des Logos
  • Größe der Kennzeichnung
  • Stick oder Druck
  • unterschiedliche Kennzeichnungen nach Abteilung
  • gegebenenfalls Namenskennzeichnung

Diese Vorgaben sollten anschließend für Nachbestellungen dokumentiert werden, damit die Ausstattung langfristig einheitlich bleibt.

Zwei Personen bei der Arbeit an elektronischen Baugruppen.

ESD-Gewebe

Schritt 6: Erstausstattung planen

Nachdem Produkte, Größen und technische Anforderungen definiert wurden, kann die benötigte Gesamtmenge ermittelt werden.

Dabei sollte nicht nur die Anzahl der Mitarbeiter betrachtet werden.

Je nach Arbeitsmodell können mehrere Kleidungsstücke pro Mitarbeiter erforderlich sein, damit Wechsel-, Wasch- und Reservebedarf berücksichtigt werden können.

Bei größeren Mengen kann zwischen kurzfristig verfügbarer Standardware und planbarer Produktion unterschieden werden.

Schritt 7: Pflege und Wäsche organisieren

Die richtige Pflege gehört zur langfristigen Nutzung von ESD Arbeitskleidung.

Mitarbeiter und gegebenenfalls externe Wäschereien sollten deshalb über die für das jeweilige Produkt vorgesehenen Pflegebedingungen informiert werden.

Bei der Beschaffung empfiehlt es sich, bereits vorab zu prüfen, ob die ausgewählte Kleidung mit dem betrieblichen Wasch- und Aufbereitungsprozess kompatibel ist.

Schritt 8: Nachversorgung sicherstellen

Nach der Erstausstattung beginnt der laufende Bedarf.

Neue Mitarbeiter, Größenwechsel, beschädigte Kleidungsstücke oder zusätzliche Produktionskapazitäten führen regelmäßig zu Nachbestellungen.

Unternehmen sollten deshalb bereits beim ersten Rollout definieren:

  • welche Produkte regelmäßig benötigt werden
  • welche Größen besonders häufig benötigt werden
  • welche Artikel kurzfristig verfügbar sein sollen
  • welche Mengen langfristig geplant werden
  • wer intern für Nachbestellungen verantwortlich ist

So wird aus einer einmaligen Bestellung ein planbarer Beschaffungsprozess.

Checkliste für den ESD-Kleidungs-Rollout

Vor der Bestellung sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Arbeitsplätze und EPA-Bereiche definiert
  • benötigte Produktgruppen ausgewählt
  • technische Anforderungen festgelegt
  • Größenspiegel erstellt
  • Stückzahlen ermittelt
  • Muster beziehungsweise Passform geprüft
  • Logo und Kennzeichnung definiert
  • Wasch- und Pflegeprozess geklärt
  • Lieferbedarf geplant
  • Nachversorgung organisiert

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